Mit Fug und Recht kann die Firma Ed. Liesegang als ein Wegbereiter für das bewegte Bild – die Kinematografie – herhalten. Nicht nur aufgrund des kinematographischen Aspekts, sondern auch aufgrund des direkten lokalen Bezugs hat die Sammlung Ed. Liesegang über mehrere Etappen ab den frühen 2000er-Jahren den Weg in das Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf gefunden. Mit diesem Depot-Schauraum ist ein physisch erlebbarer Ort mit einem Projektionsraum für Film-, Dia- und Bildvorführungen entstanden, der die Sammlung für unterschiedliche Zwecke verfügbar macht. Mehr Informationen zur Sammlung Ed. Liesegang finden Sie auf d:kult online.
Mit dem Projekt eines interaktiven Depot-Schauraums konnte das Filmmuseum Düsseldorf mit Unterstützung der regionalen Kulturförderung des LVR - Landschaftsverband Rheinland bei verschiedensten Generationen das Interesse für die Technikgeschichte der Firma Liesegang wecken. Als Düsseldorfer Unternehmen war die Firma Ed. Liesegang seit dem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ein weltweit führender Hersteller für Projektionstechniken. Insbesondere die Produktentwicklung und die wirtschaftlichen Dokumente sprechen für ein Unternehmen, das sich in der Forschung und Entwicklung innovativer Technik weltweit einen Namen machte. Die Bedeutung der Sammlung für das gesamte Rheinland und die wissenschaftliche Forschung ist enorm.
Das Filmmuseum übernahm bereits im Jahr 2004 wichtige Dokumente zur Firmengeschichte: zahlreiche Firmenfestschriften, Ausgaben der legendären Zeitschrift „Laterna Magica“, Angebotskataloge, Preislisten, technische Beschreibungen, Diaschauen Paul Eduard Liesegangs sowie Fotos aus der Zeit nach 1873. 2011 konnten Teile des ehemaligen Firmenarchivs in den Bestand des Filmmuseums übernommen werden. Außergewöhnlich gut erhaltene Laterna-Magica-Hefte aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehören hierzu, aber auch fototechnische Geräte aus der Frühzeit des Unternehmens bis heute, Film- und Diaprojektoren sowie Epidiaskope.
Das ehemalige Firmenarchiv setzt sich aus mehr als 5.000 Einzelobjekten zusammen und lässt einen Blick auf über 150 Jahre Technik- und Wirtschaftsgeschichte zu: von technischen Geräten der Produktpalette über Firmenunterlagen hin zu Forschungsbeiträgen. Die Bandbreite der Objekte ermöglicht unterschiedliche Perspektiven, nach denen diese Sammlung befragt werden kann. Hervorzuheben sind die umfangreiche Fotosammlung aus Originalabzügen der Produkt- und Werbefotografie, Negativen, Dia-Positiven auf den Trägermaterialien Film und Glas sowie Testmaterialien zu einzelnen Geräten, Fotopapieren und schlussendlich die zahlreichen Lichtbildserien, die die Firma vertrieben hat. Die Gründung der Firma fällt genau in zahlreiche spannende Entstehungsprozesse und Entwicklungen in der Fotografie, die von Beginn an die Forschungsschwerpunkte der Firma sind.
Mit diesem Depot-Schauraum ist ein physisch erlebbarer Ort mit einem Projektionsraum für Film-, Dia- und Bildvorführungen entstanden, der die Sammlung für unterschiedliche Zwecke verfügbar macht. Dabei ist der interaktive Erlebnisfaktor von besonderer Bedeutung. Bedienbare Projektionsapparate machen analoge Projektionselemente haptisch erfahrbar. Der Raum ist konzeptuell so ausgerichtet, dass das Depot und der Archivcharakter mit interaktiven Elementen ergänzt und damit die Sammlung für unterschiedliche Gruppen nachvollziehbar gemacht werden können. Der Umfang und die Reichhaltigkeit der Sammlung ermöglichen es, den Schauraum stetig mit neuen Forschungsergebnissen lebendig zu halten und Impulse für weitere Auseinandersetzungen zuzulassen. In speziellen Workshops und Führungen der "Bildung und Vermittlung" können sich Teilnehmende zudem im Archiv mit verschiedenen Erfindungen und Exponaten der Firma, die die Entwicklung der Kinematographie positiv beeinflusst haben, vertraut machen.
Angebote im Depot-Schauraum
„Die magische Laterne“ – Workshop für die Vorschule (bis 3. Klasse)
Projektionen und Lichtspiele sind bei Jung und Alt sehr beliebt! Die Firma Liesegang hat sich schon immer um den filmischen und fotografischen Nachwuchs gekümmert. Zu besonderen Anlässen öffnen wir die Tore unserer Liesegang-Ausstellung für junge Zeichentalente, entdecken antike Projektoren und tüfteln an geheimnisvollen Geräten. Wir fragen uns: Was ist eigentlich ein Diafantax und warum sieht ein Globoskop aus wie ein Kochtopf? Danach können eigene Dias gestaltet und in unserem kleinen Kino mit einem alten Projektor an die Wand geworfen und bestaunt werden!
Dauer: 60 Minuten, Kursgebühr für max. 15 Personen (exklusive Betreuung) pauschal 80 Euro zuzüglich 0,50 Euro Materialkosten pro Teilnehmenden
„Als die Bilder riesig wurden“ - Führung für Schüler*innen (5. bis 13. Jahrgang)
Das digitale Zeitalter ist gesättigt mit Bildern, die wir in Form von Smartphones, Tablets und Streaming-Diensten Tag für Tag konsumieren. Durch soziale Medien wie TikTok, Instagram oder Snapchat wandelt sich unsere Kommunikation immer mehr von der Text-Sprache hin zur visuellen Sprache. Einer der wichtigsten Vorläufer und Begleiter des Wandels vom Text zum Bild war die Firma Liesegang in Düsseldorf. In Schulen allgegenwärtig durch ihre Overhead-Projektoren, haben die technischen Kreationen auch weit darüber hinaus dem Bild anhand von Projektionen zu echter Größe verholfen. Bei dieser Führung können sich die Teilnehmenden auf eine Spurensuche in die Vergangenheit begeben und der Technik dabei zusehen, wie sie sich von hölzernen Kästen aus dem 19. Jahrhundert bis hin zum digitalen Projektor des 21. Jahrhunderts gewandelt hat. Zu besonderen Anlässen öffnen wir diese weltweit einzigartige Ausstellung für kleinere Gruppen interessierter Schüler*innen. Abgerundet wird die Führung mit einem Kurzbesuch und Filmsichtung im Liesegang-Minikino.
Dauer: 60 Minuten, Kursgebühr für max. 15 Personen (exklusive Lehrkräfte) pauschal 80 Euro
„Bilder in der Luft “- Führung für Erwachsene (Betriebsausflüge, Studierende, Generation 60+)
Bilder, visuelle Medien und Projektionen sind eines der wichtigsten und zugleich unterschätztesten Elemente unseres kulturellen Wissens. Seit der frühen Ära der Fotografie bis zum Jahrtausendwechsel hat die Firma Liesegang diesen Aspekt unserer Kultur technisch, künstlerisch und kreativ nicht nur begleitet, sondern auch in erheblichem Maß mitgestaltet. Zu besonderen Anlässen können Sie bei dieser Führung einen Einblick in das riesige Spektrum der technischen Kreationen der Firma Liesegang erhalten. Wie hat eine Fotokamera vor 150 Jahren funktioniert? Welchen physikalischen und optischen Gesetzen muss ein Diaprojektor im Unterschied zu einem Demoskop gehorchen? Und was war eigentlich das Besondere an den weltberühmten, fein geschliffenen Linsen der Düsseldorfer Firma? Abgerundet wird die Reise in die Vergangenheit mit einem Kurzbesuch und Filmsichtung im Liesegang-Minikino.
Dauer: 60 Minuten Kursgebühr für max. 15 Personen pauschal 100 Euro an Werktagen, pauschal 220 Euro an Wochenenden.