Vermittlungsangebote zur Sonderausstellung "Andrzej Wajda: Exhibition"
ie Ausstellung würdigt anlässlich des 100. Geburtstags von Andrzej Wajda (1926–2016) einen der bedeutendsten Regisseure des Weltkinos. Aufbauend auf früheren Präsentationen in Krakau (2019) und Tokio (2024) wurde das Konzept gezielt für ein deutsches Publikum adaptiert und stellt Wajdas Werk in einen kulturhistorischen, politischen und filmästhetischen Kontext mit Bezügen auch zur deutschen Film- und Zeitgeschichte.
Im Zentrum stehen Wajdas große Themen: Krieg und Erinnerung, Solidarität, Demokratie, Freiheit, Revolution, narrative Innovation sowie Vergänglichkeit. Die Ausstellung präsentiert ikonische Filmszenen, Fotografien, Plakate, Zeichnungen, Storyboards, Originalobjekte, Auszeichnungen und persönliche Notizbücher. Durch ein ausgewogenes Zusammenspiel von Großprojektionen, Monitoren, Klanginstallationen und Vitrinen entsteht ein immersives, multimediales Ausstellungserlebnis, das Film als räumliche Erfahrung begreift.
Die Ausstellung ist thematisch gegliedert: von der nostalgischen Erinnerung an die Vorkriegszeit über die schonungslose Darstellung des Zweiten Weltkriegs (Kriegs-Trilogie), Wajdas modernistische Erzählweise und seine Rolle als Innovator („Mise-en-scène“), seine politisch engagierten Revolutionsfilme bis hin zu seiner internationalen Karriere mit besonderem Fokus auf die in Deutschland entstandenen Werke. Den Abschluss bildet der Bereich „(Im)mortality“, der Wajdas späte, melancholische Filme und sein künstlerisches Vermächtnis reflektiert.
So zeigt die Ausstellung Andrzej Wajda als transnationalen Künstler, dessen zutiefst polnische Erfahrungen in eine universelle Filmsprache übersetzt wurden. Angelehnt an die Bereiche der Ausstellung zeigt eine begleitende Filmreihe von Februar bis Juni eine Auswahl seiner wichtigsten Filme. Führungen und insbesondere Seminare/Workshops für Schulklassen ab Klasse 10 bieten die Möglichkeit zur intensiven Beschäftigung mit seinem Werk.
Unser Programm für Schulklassen (modular aufgebaut):
Wajda war nicht nur ein Visionär des Weltkinos, sondern ein Chronist von Revolutionen, der wie kaum ein anderer den Kampf um Demokratie und Menschlichkeit visualisiert hat. Gerade in der heutigen Zeit bieten seine Werke wertvolle Anknüpfungspunkte für die Fächer Geschichte, Politik, Kunst, Ethik und Deutsch. Die Ausstellung bietet einen einzigartigen Mix aus Originalobjekten, persönlichen Notizbüchern und ikonischen Filmszenen. Wir vermitteln nicht nur Filmgeschichte, sondern fördern die Medienkompetenz und das historisch-politische Bewusstsein Ihrer Schüler*innen.
Themenführung: Wir führen die Schüler*innen durch die verschiedenen Facetten von Wajdas Schaffen (Dauer zwischen 30 – 60 Minuten). Zum Beispiel Polnische Filmschule & Neue Welle - Krieg und Erinnerung: Aufarbeitung der Geschichte (Zweiter Weltkrieg & Jüdisches Kino). - Kino der moralischen Unruhe: Der Mut des Individuums gegenüber dem System. - Das Kollektiv: Einblick in die legendäre "Filmgruppe X" - Wajdas Arbeit am Filmset und Theater.
Workshops: (Optional zur Führung dazu buchbar)
Plakat-Workshop - Die Macht der Metapher - Analyse der berühmten Filmplakate und Gestaltung eigener Entwürfe zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen
Re-Framing History (praktische Filmarbeit) - Kurze praktische Übungen mit dem Smartphone oder Kamera zur Bildgestaltung und Manipulation – inspiriert durch Wajdas Storyboards
Bilder als Widerstand (Verbindung von Seminar & Praxis)
Visuelle Metaphern: Analyse von Wajdas Bildsprache, zum Beispiel „Asche und Diamant“. Wie symbolisiert ein Maler/Regisseur Kritik, um die Zensur zu umgehen? Im Fokus stehen auch Wajdas Held*innen, die durch Zweifel und Scheitern menschlich bleiben.
Praxis-Transfer: Filmen heute – Wie lassen sich visuelle Codes nutzen, um heutige Missstände aufzuzeigen? (Kurzentwürfe für Smartphone-Clips).
Seminar-Modul: „Moralische Unruhe 2.0" In diesem Diskurs-Format schlagen wir die Brücke ins Jahr 2026: Wie erkenne ich heute Manipulation und Propaganda? Welche Rolle spielt die Kunst (Film/Theater) in Zeiten politischer Umbrüche? Wir sichten Ausschnitte bzw. schauen uns auf Wunsch einen ganzen Film von Andrzej Wajda im Kino anhand von Beobachtungsaufgaben, die nach dem Film im Plenum diskutiert werden.
Weitere Themen: Solidarität gestern und heute – vom Warschauer Aufstand bis zur modernen Zivilgesellschaft Moral und Diktatur: Diskussion am Beispiel von „Der Mann aus Eisen“. Wie verhalte ich mich in einem politischen System? (Zivilcourage, Anpassung vs. Widerstand damals und heute)
Lerneffekt für die Schüler*innen:
Medienkritik: Bilder sind nie neutral, sondern transportieren immer eine Botschaft
Historisches Bewusstsein: Die polnische Geschichte wird durch das Werk von Wajda greifbar.
Aktualitätsbezug: Die Frage „Was ist Freiheit“ wird anhand von Wajdas Filmen im Kontext heutiger politischer Spannungen in Europa (und weltweit) diskutiert.
Berufsorientierung: Durch die Einblicke in Storyboards und die Arbeit der Gruppe X lernen die Schüler*innen filmische Handwerksprozesse kennen.
Allgemeine Informationen:
Führung zwischen 30 bis 60 Minuten / Workshop-Tag ca. 3–4 Stunden
Zielgruppe: Ab Jahrgangsstufe 10 (alle Schulformen)
Kosten: 47 Euro pro Zeitstunde (60 Min), pauschal für eine Klassenstärke
Beispielrechnung: Führung 60 Minuten in der Wajda-Ausstellung in Kombination mit einer Tour durch die Dauerausstellung: Dauer insgesamt: 90 Minuten, Kosten: 70,50 Euro pauschal für eine Schulklasse
Hinweis: Wenn nur eine Führung ohne Seminar oder Workshop gebucht wird, ist im Format immer ein kurzer Rundgang in der Dauerausstellung des Filmmuseums inbegriffen.
Workshops: 47 Euro pro Zeitstunde, Dauer: 3 bis 4 Stunden = 141 Euro bzw. 188 Euro pauschal für eine Schulklasse. Falls die gesamte Klasse in kleine Gruppen für praktische Filmarbeit in 2 Gruppen aufgeteilt wird, fallen pro Gruppe 141 bzw. 188 Euro an (also 2x 141 Euro = 282 Euro sowie 376 Euro für eine ganz Schulklasse)
Termine: Nach individueller Vereinbarung vor den Sommerferien 2026
Kontakt: Karin Woyke, Leitung Bildung und Vermittlung, Telefon: 0211-8994730 oder 0176-64171033, E-Mail: karin.woyke@duesseldorf.de