Von den analogen Anfängen in den 1990ER JAHREN bis hin zu den digitalen Projekten der letzten Jahre hat sich die Restaurierung am Filmmuseum Düsseldorf kontinuierlich weiterentwickelt. Heute finden die von uns betreuten Filme Beachtung weit über die Region hinaus: Unsere Restaurierungen werden regelmäßig auf bedeutenden internationalen Festivals gezeigt und in Kooperation mit renommierten Filmerbe-Institutionen weltweit präsentiert.
Die Restaurierungsarbeit des Filmmuseums Düsseldorf
Die Restaurierungsarbeit des Filmmuseums begann bereits in den 1990er Jahren mit analogen Projekten, darunter Filme wie DIE HEXE VON NORDEROOG (1919, Regie: Hubert Moest) und der dokumentarisch-historische ES RAUSCHT DER RHEIN, ES STRÖMT DAS LEBEN (1920er Jahre, Regie: Fritz Genandt). Mit dem Schritt in die digitale Restaurierung ab den 2010er Jahren eröffnete sich ein neues Kapitel, unterstützt durch das Förderprogramm Substanzerhalt NRW. Hier standen Filme mit engem Bezug zu Nordrhein-Westfalen im Mittelpunkt, etwa die Werke von LUTZ MOMMARTZ wie TANGO DURCH DEUTSCHLAND (1980) und JEDER MENSCH IST EIN TISCH, NUR ICH BIN EIN STUHL (1983), dazu experimentelle Kurzfilme wie SELBSTSCHÜSSE (1967) und WEG ZUM NACHBARN (1968). Auch das Werk von HERBERT VESELY, darunter der für das Oberhausener Manifest wichtige Film MAYA (1960) sowie zahlreiche Kurzfilme, wurde durch unsere Arbeit wieder zugänglich. Einen besonderen Stellenwert nehmen außerdem die Imagefilme der Stadt Düsseldorf ein, die den urbanen Wandel im 20. Jahrhundert dokumentieren.
Noch vor der Etablierung des bundesweiten Förderprogramms Filmerbe (FFE) galt unser Hauptaugenmerk dem fragmentarisch überlieferten Werk des gebürtigen Düsseldorfers HARRY PIEL, einem der großen, heute fast vergessenen Stummfilmstars. Sein umfangreicher Nachlass wird im Filmmuseum bewahrt und bildet die Grundlage dafür, so viele seiner Arbeiten wie möglich international wieder sichtbar zu machen. Darüber hinaus widmet sich die Restaurierung auch dem frühen Tonfilm: etwa den Werken von RICHARD OSWALD wie ARM WIE EINE KIRCHENMAUS (1931), 1914 – DIE LETZTEN TAGE VOR DEM WELTBRAND (1931) und DREYFUS (1930) sowie den Produktionen von RICHARD EICHBERG wie SONG. DIE LIEBE EINES ARMEN MENSCHENKINDES (1930), der zum Durchbruch für Anna May Wong wurde, und DIE KLEINE VOM BUMMEL (1925), einem frühen Erfolg mit Lilian Harvey.
Das Engagement des Hauses reicht jedoch bis in die jüngere deutsche Filmgeschichte: Zu den Projekten zählen GOLDFLOCKEN von WERNER SCHROETER, einem engen Freund des Hauses, dessen digitale Restaurierung 2025 bei den Filmfestspielen von Venedig vielbeachtet Premiere feierte, oder MATTHIAS KNEIßL (1970) von REINHARD HAUFF, dessen Besetzung ein eindrucksvolles Who’s who des Neuen Deutschen Films versammelt.