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Trouvaillen aus dem RAMSCH-Archiv

Bernhard Marsch (1962-2025), eine prägende Persönlichkeit der deutschen Film- und Kinoszene, war Regisseur, Kinomacher und Sammler. In seinem RAMSCH-Archiv bewahrte er Hunderte von analogen Filmkopien vor dem Vergessen und vor der Vernichtung, und er präsentierte sie persönlich in Kinos quer durch die Republik, regelmäßig ebenfalls in der Black Box. Auch nach seinem Tod soll die Sammlung lebendig gehalten werden und noch viele faszinierende Fundstücke (Trouvaillen) der Filmgeschichte zutage fördern.

SA 10.10. 19:00

L'INSPECTEUR CONNAÎT LA MUSIQUE BLUES · BLUES

F 1956 · 85 min · DF · 35 mm · FSK 18

R/B: Jean Josipovici · K: Pierre Dolley · D: Viviane Romance, Jean Bretonnière, Claude Luter, Sidney Bechet u. a.

Sidney Bechet ist tot! Umgebracht von seinem eigenen Meisterschüler, Motiv: musikalische Minderwertigkeitskomplexe. Bechet, der begnadete Sopransaxophonist und Klarinettist, dessen New- Orleans-Jazz in Frankreich eine zweite Heimat fand, spielt sich selbst, schaut allerdings nur gelegentlich in Rückblenden im eigenen Starvehikel vorbei. Den Mörder gibt Claude Luter, sein langjähriger Freund und musikalischer Weggefährte.

Beide präsentiert der Film in ihrem Element, bei Bühnenauftritten in angesagten Nachtclubs und Jam-Sessions in verruchten Hinterzimmern. Um die musikalischen Glanzstücke herum bastelt Jean Josipovici eine Wundertüte des Trivialfilms: Formvollendeter noir, überspanntes Melodram – und immer wieder überraschende humoristische Einwürfe, auch diese vom Geist der Musik beseelt: Einmal zertrümmert ein aufdringlicher Hobbydetektiv versehentlich ein ganzes Klavier, während er darauf spielt.

Einführung: Felix Mende (Filmclub 813, Köln)

IM ANSCHLUSS, ca. 21:00

JAZZCLUB – DER FRÜHE VOGEL FÄNGT DEN WURM

D 2004 · 84 min · 35 mm · FSK 6

R: Helge Schneider · B: Helge Schneider, Andrea Schumacher · K: Voxi Bärenklau · D: Helge Schneider, Jimmy Woode, Pete York, Horst Mendroch, Andreas Kunze u. a.

Helge Schneiders vierte Regiearbeit entstand nach mehrjähriger Drehpause, bedingt durch seine Unzufriedenheit mit der Produktion von PRAXIS DR. HASENBEIN (1997). Für JAZZCLUB schaltete er einen Gang herunter und besann sich auf seine Wurzeln: Auf den Jazz, auf seine Heimatstadt Mülheim an der Ruhr und auf das Dasein als brotloser Künstler. Genau so einer ist der Fischverkäufer Teddy Schu (Helge Schneider), der sich mit Gelegenheitsjobs von Callboy bis Zeitungsjungen durchschlägt, um seine Musik finanzieren zu können.

Der Tonfall mutet ruhiger und melancholischer an als in den Kinokomödien der 1990er-Jahre, irrsinnig komisch ist der stark autobiografisch gefärbte Film dennoch immer wieder, und dazu voll von guter Jazzmusik – eine nahtlose Mischung, ganz wie die schönsten Helge- Schneider-Konzerte. „Auch wenn's keiner glauben wird: Im deutschen Nachkriegskino gibt's wenig, was mit JAZZCLUB mithalten könnte.“ (Thomas Willmann, artechock)

Einführung: Felix Mende (Filmclub 813, Köln)

Das Foto zeigt Bernhard Marsch im Filmclub 813.

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